Die Welt ist eine Bühne

Harald Riegg liest am 30.10.2025 in der Emma 23 Heilbronn

Harald Riegg, Emma 23 30. Oktober 2025

Harald Riegg liest im Oktober aus Werken von Klabund, Amélie Nothomb, Philip Ardagh und Simone Felice. Dazu kommt die Premiere eine eigenen Werkes und alles ohne Halloween-Bezung.

Rein gar nichts hat die Lesung inhaltlich mit Halloween am nächsten Tag zu tun, wie Harald Riegg zu Beginn klar stellt. Trotzdem geht es im Gedicht „Die Jungfrau“ von Klabund recht blutig zu. Da es gereimt ist, löst es trotzdem Gelächter aus. Weiter geht es mit Amélie Nothombs „Böses Mädchen“. Im Roman tritt die zurückhaltende sechzehnjährige Blanche auf die erfahrene Christa. Aus anfänglicher Bewunderung für Christa wird Ablehnung. Denn Christa stellt sie immer wieder bloß und macht sich über sie lustig. Bei Blanches Eltern schmeichelt sie sich ein, so dass sie sogar einziehen darf. Im Zimmer von Blanche okkupiert sie das Bett und soll ihr im Auftrag der Eltern zeigen, wie man richtig lebt. Als Blanche auf einer Uni-Party geküsst wird, erzählt Christa das sofort in ihren Eltern. Während die drei sich köstlich darüber amüsieren, schmiedet Blanche Rachepläne.

Harald Riegg liest – seitliche Ansicht rechts
Hrald Riegg liest – Ansicht von hinten oben links

Danach folgt tatsächlich ein weiteres neues Stück von Harald Riegg. Mittlerweile scheint er im Kreativstollen auf unentdeckte Vorräte gestoßen zu sein. In „es“ verbindet Harald kleine Satzfragmente, die alle es enthalten. Das reicht von „es regnet“ über „es kracht gleich“ bis zu „es kümmert mich nicht“ und regt zum Schmunzeln an.

Nach der Pause geht es erst einmal organisatorisch weiter. Im November wird Harald nicht nur am letzten Donnerstag in der Emma lesen, sondern am 21. November auch für die Bahnhofsmission lesen. Genauer Ort ist an dem Abend noch nicht klar – daher Augen aufholen. Im Dezember entfällt leider die Lesung in der Emma.

Harald Riegg liest – Ansicht seitlich vorne rechts
Harald Riegg liest, Ansicht linke Seite nah

Anschließend geht es weiter mit Simone Felice und „Black Jesus“. Der erblindete schwarze Soldat Lionel White kehrt in seinen Heimatort Gay Paris im Bundesstatt New York zurück. Felice beschreibt damit eine völlig heruntergekommene Kleinstadt, an der das Leben vorbei läuft. Als eine riesige Werbetafel mit Marlboro-Man aufgestellt wird, schießt ihn der „Interstate“ genannte Bewohner ab. Ernsthaft bestraft wird er dafür nicht.

Philip Ardagh beschreibt in „Schlimmes Ende“ die Erlebnisse von Eddie Dickens, muss aufgrund einer Erkrankung seiner Eltern zu seinen Großeltern, die er für wahnsinnig hält. Als er mit der Kutsche zum Gut der Großeltern fährt, werden sie überfallen. Doch die Tante reißt dem Räuber den Bart vom Gesicht und aus der Pistole fährt nur eine Fahne heraus, auf der „Pumplenooks“ zu lesen ist. Der vermeintliche Überfall entpuppt sich als Tat des Theaterdirektors, der es sich nicht nehmen lässt, seine Rollen auszuleben. Dabei bemüht er das Shakespeare-Zitat „Die Welt ist eine Bühne“.

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