Wenn der Lachflash zuschlägt

Harald Riegg lächelt bei seine rLesung in die Kamera

Harald Riegg, Emma 23 29. Januar 2026

Technische Probleme mit der Musik und ein Lachanfall sorgen bei Harald Rieggs monatlicher Lesung für interessante Nebengeräusche. Gelesen wird aus Werken von Francoise Cactus, Baudelaire, J. Ryan Stradal, Max Goldt und ein eigenes Stück von Harald Riegg.

Die Lesung soll eigentlich mit einem Musikstück eröffnet werden. Doch statt des gewünschten Liedes tönt alles mögliche aus den Lautsprechern. Der sich entspinnende Dialog zwischen Wirt Otze und Harald Riegg könnte als Heilbronner Version von Hannes und der Bürgermeister durchgehen. Irgendwann wird die Suche nach dem Musikstück abgebrochen und Harald Riegg startet mit Francoise Cactus „Abenteuer einer Provinzblume“. Die Autorin wurde bekannt als Sängerin und Schlagzeugerin des Duos Stereo Total.. In der Geschichte kommt das französische Mädchen Mitzi nach Deutschland und heiratet Igor. Das junge Glück bekommt bald Risse. Igor kann es nämlich gar nicht leiden, wenn man seine Plattensammlung durcheinander bringt und die Scheiben auf dem Boden liegen lässt. Ein Kurzurlaub in Polen verbessert die Beziehung auch nicht, so dass Mitzi auszieht. Bei einer befreundeten Malerin kann sie nicht bleiben und findet Unterkunft in einer Kommune. Dort eckt sie mit ihrem exquisiten Outfit und ihrer völligen Unkenntnis über liks-alternatives Leben an. Müsli hält sie zum Beispiel für Abfall. Ein dicker Junge findet gefallen an ihr und hilft ihr, wenn Sie Probleme hat. Zu engem Kontakt möchte sie aber nicht, so dass Sie lieber bei ihrer Malerfreundin abhängt. Ein in langen Sitzungen erarbeitetes Porträt, stellt sich als Sammlung von Farbklecksen heraus.

Wir starten mit der Totale der Lesung
Es kommt was Neues: ich zeige Buchtitel der gelesenen Werke – hier Cactus Abenteuer eine rProvinz-Blume

Es folgt ein kurzer Text mit Zielen die alle mit „Ich bin so alt, dass…“ beginnen. Anschließend folgen Aufzählungen wie der Diercke-Atlas oder politisch unkorrekte Witze. Leute jenseits der 40 nicken da bejahend und jüngere sind an diesem Abend nicht anwesend. Offenbar hat Harald, dass irgendwo im Netz gefunden. Es schließt sich Haralds eigene Geschichte „Baudelaire fleurs du mal“ an. Anfangs der 70er fährt er nach Tübingen und stöbert in einer Bchhandlung. Ein Mann tritt ein und verlangt lautstark, dass ein Heinrich Böll-Plakat entfernt werden solle.nachdem es vor dem Laden noch zu einer Rangelei kommt, werden von der Buchhändlerin versehentlich die Tüten vertauscht und Harald fährt mit einem Baudelaire-Band nach Hause.

Harald Riegg in der Profilansicht
Baudelaires „Blumen des Bösen“

Folgerichtig geht es nun mit einem Baudelaire-Gedicht aus die „Blumen des Bösen“ weiter. Die Litanei Satans kommt wie eine teuflische Version des Liedes „Herr erbarme dich“ daher. Immer wieder kehrt der Satz „Satan, erbarm dich in meiner tiefen Not. Erstaunlich, wie er erschrecken dich die Zeilen finde. und es geht in die Pause.

Nach der Pause gibt die Heizung auf, dafür klappt es tatsächlich mit dem Lied und es ertönt „Schön von hinten“ von Stereo Total. Der Text über Gründe warum jemand verschwinden soll, wäre eine passende Einleitung zum Buch von Francoise Cactus gewesen. Ich hoffe, Harald streicht die musikalische Eröffnung nicht wie er an diesem Abend androht.

Harald Riegg in aufrechter Pose
Gefällt mir als Biertrinker: Stradal Bierkönigin von Minnesota

Wir huschen über den großen Teich und hören ein Stück aus „Die Bierkönigin aus Minnesota! von J. Ryan Stradal. Helen kommt über Weihnachten vom College nach Hause und soll für den Chemie-Unterricht Bier brauen. Zusammen mit Ihrem Freund macht sie sich im verschneiten Minnesota an die Aufgabe. Für den Hopfen gehen sie zu einem Onkels der auf einer völlig vermüllten Farm Bier braut. Doch Helen ist ihm zu unerfahren und er will ihr nichts geben. Seine Frau Petunie ist vom Auftreten Helens angetan. Im erstaunlich reinen Braukelller überlässt sie Ihr diverse Untesilien. Allerdings nicht ohne sie an einen Diebstahl vor mehreren Jahren zu erinnern und einen Anteil vom gebrauten Bier zu fordern. Helen ud ihr Freund brauen das Bier, das völlig anders ist, als das was die Leute sonst trinken. All Helfern geben sie vom gebrauten Bier ab und es ist nur eine Flasche übrig. Die hat Helen ihrem Professor versprochen. Sie fahren zum See und Helen beschließt Sex zu haben, den sie sich großartig vorstellt. Doch sie erlebt ihn als kalt und unbefriedigend.

Harald Riegg über die Schulter geschaut
Max Goldts Werk Ä

Den Abschluss bildet ein Stück aus Max Goldts „Ä“. In „Der aufblasbare Schrei meiner Altstadt“. Ausgangspunkt ist das aus Goldes Sicht bestehende Problem in einer fremden Stadt nach dem Weg zu sagen. Diverse Personengruppen wie Kinder oder Paare sind ungeeignet ein schlüssige Antwort zu geben.Er sinniert weiter über die Nutzlosigkeit des bei Touristen so beliebten Brandenburger Tores um sich über den Begriff Weltstadt Berlin zu ereifern. Er mäandert weiter zu Schinken und was das mit toten Menschen zu tun hat.. Gegen Ende fällt es Harald Riegg schwer weiter zu lesen, da er immer wieder Lachen muss. Was genau den Lachimpuls auslöst kann ich nicht mehr genau sagen denn die humoristische Stimmung springt auf das Publikum über. Die Pointe, die sich um eine Hose dreht geht so im Gelächtertrubel unter.

Die nächste Ausgabe der Gute Nacht-Geschichten findet am 26.02.2025 in der Emma 23 statt.


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