Der schlechte Indianer

Bad Assumption im Juha West in Stuttgart am 06.03.2026

Dead Pioneers / Bad Assumption, Juha West + The Movement / Charmin‘ Carmen, Goldmarks, 06. März 2026

Nicht nur bei mir erzeugt der Auftritt der Dead Pioneers mit den indigenen Bandenmitgliedern gesteigerte Aufmerksamkeit. Überraschenderweise geht es nach dem Konzert im Juha West im Goldmark’s kongenial weiter.

Bad Assumption spielen, als ich eintreffe. Die Parkplatzsuche im Stuttgarter Westen gestaltet sich schwieriger als beim Goldmark’s. Lustigerweise finde ich tatsächlich einen Parkplatz in der Straße, in der ich mal gewohnt habe. Aber das nur am Rande, zurück zum Konzertbericht. Bad Assmption kommen aus Münster und sind ein gemischter Dreier mit zwei Jungs und einer jungen Frau. Die spielt Bass und bestreitet auch den Hauptteil der Bühnenshow. Musik ist Hardcore – teilweise recht disharmonisch – hat aber auch melodischere Songs und Parts. Das kommt bei mir besser an. Vor allem wenn dazu noch mehrstimmiger Gesang von allen Bandenmitgliedern ertönt. Auf der Bandcamp-Seite kann man offenbar nichts anhören – dafür hält der YouTube-Kanal einiges bereit. Schaut doch mal rein.

Die Bassisten von Bad Assumption singt auch
Der Schlagzeuger ist auch der Hauptsänger

Publikum hält sich mit Bewegungen zurück. Es wird nach den Songs höflich Beifall gespendet. Da hatte ich mir im Juha West mit einem vermeintlich deutlich jüngeren Publikum doch mehr erhofft. Lediglich zwei junge Kerle mit Dauergrinsen in den Gesichtern tanzen fast unablässig. Zu den beiden später noch mehr.

Der Gitarrist singt ebenfalls
Die Basserin in Aktion

Aus den Gesprächen nach dem Konzert entnehme ich, dass doch größere Erwartungen an die Hauptband Dead Pioneers gestellt wurden. Ich weiß nicht was die anderen angetrieben hat. Als ich was von Mitgliedern mit indigenen Wurzeln gelesen hatte, was klar, dass ich da hingehe.

Musikalisch ist das zunächst tatsächlich etwas anders. Die meisten Songs bewegen sich eher im Midtempo-Bereich und bauen mit nicht ganz alltäglichen Rhythmen komplexere Soundlandschaften, in der eine Gitarre leicht psychedelische Anklänge hat. Darüber legt Sänger Greg seinen Sprechgesang. Zwischendurch liest er zwei oder drei Mal was vor. Das war inhaltlich aber relativ komplex, so dass ich nicht sagen kann, wovon es handelte.

Sänger Greg bei einem Vorlesepart
Der Hyperaktive Drtummer der Dead Pioneers

Ab und zu macht Greg noch die eine oder andere Ansage und gezählt zum Beispiel wie ein Mann in ihm Wien sagt, dass er an ihm nichts indianisches erkennen kan. Ein Vorkommnis von mehren, dass die Band im Lied „Bad Indian“ verarbeitet hat. Auch auf der Bühne finden sich Referenzen an die First Nations. So findet sich neben einer Palästina-Falle auch eine umgedrehte US-Flagge und da steht „Resistance since 1492“.

Man beachte den durchdringenden Blick des Bassisten im Hintergrund
Das zweite Bandmitglied mit indigenen Wurzeln

Von der Band gehen der eine Gitarrist und der Schlagzeuger richtig ab. Der Driummer drischt auf seine Felle ein und immer wieder steht er zwischen den Songs auf. Gegen Ende des Konzert furcht der eine Gitarrist durch das Publikum. Vor der Bühne ist bis auf die beiden Dauerhüpfer immer noch wenig los. Das veranlasst Greg, darauf hinzuweisen, dass das ziemlich mau sei und das demnächst der „more rowdy part“ folgen werde. Und tatsächlich kommen nun die kurzen, schnellen Punksmasher. Nun finden sich auch ein paar mehr Leute, die Lust haben sich zu bewegen und es wird ein gutes Konzert.

Dead Pioneers und etwas Publikum in Aktion
Der Gitarrist im Publikum

Nach dem Konzertende um 22 Uhr fahre ich zum Goldmark’s um den Mitfahrer vom „The Movement„-Konzert abzuholen. Überraschenderweise läuft das noch und für einen Zehner darf ich rein. Hier sehe ich die eine oder andere Person, die eben auch noch bei den Dead Pioneers war. Der Laden ist gut gefüllt und vor der Bühne geht es ab. Eine wilde Tanztraube feiert die Band ab. Hier ist es so, wie ich es mir eigentlich für das Juha-West-Konzert erhofft hatte. Ok, die Band gibt es ewig, sie haben einige Hits am Start und ein ziemlich treue Fangemeinde. Dazu hat die Band offensichtlich auch Bock auf den Auftritt.

Da ich damit nicht rechne, bleibt der Fotoapparat im Auto. Ich habe auch nicht vor, etwas zum Konzert zu schreiben und das auf Instagram zu promoten, und nehme daher ich auch kein Video auf. Das nächste mal wieder.

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Ein Kommentar zu Der schlechte Indianer

  1. Steffen sagt:

    Roland, es ist nicht verboten, über The Movement zu schreiben! Oder muss ich das übernehmen?
    Ausgelassene Stimmung bei toller Musik von einer absolut engagierten Band.
    Ach ja! Und danke fürs Heimfahren!👍

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