
Dry Socket / Dogs Out / Blutgruppe Wixxe, Juha West 27.03.2026
Das Line-up mit Dry Socket aus den USA, Dogs Out aus Köln und Blutgruppe Wixxe aus Karlsruhe im Juha West bietet einen Abend mit drei beeindruckenden Frontfrauen..Musikalisch gibt es drei Mal auf die Zwölf und einen überzeugenden Hauptact.
Blutgruppe Wixxe steht auf der Bühne und ich gehe davon aus, dass das noch der Soundcheck ist. Denn ohne Ansage startet der Song. Die wohl aktuellste Band vom Alten Hackerei-Chef Plüschi. Hier wird geklotzt, nicht gekleckert und die Frau am Mikro schreit sich die Seele aus dem Leib. Es ist laut und vorwiegend schnell gespielter Hardcore-Punk ohne irgendwelche Mätzchen wie Soli. Insbesondere Schlagzeug und dominanter Bass treiben die Songs voran. Beim Gesang habe ich schon so eine Ahnung, dass das weder Deutsch noch Englisch ist. Gegen später entschließt sich die blonde Shouterin dazu, zwischen den Songs Ansagen zu machen und erklärt dann, dass die Texte auf Französisch sind.
Im starken Gegensatz zu den ruhigen und freundlich vorgetragenen Ansagen steht die aggressive und körperbetonte Bühnenshow der Frau: Die Fäuste werden gereckt, Kung-Fu-artig in die Luft getreten. Gegen später spielt die Band eine Halbballade, zu der sie dann zeigt, dass sie auch normalen Gesang beherrscht. Das Publikum hält sich hier noch zurück, bedenkt den Auftritt artig mt Applaus. Bis auf die jungen Punks, die schon bei Dead Pioneers eifrig getanzt haben, will sich kaum jemand bewegen.
Von Dogs Out habe ich zuerst im Podcast „Und dann kam Punk“ in der aktuellen Folge am Morgen des Konzert auf dem Weg zur Arbeit gehört. Da wurden sie als junge Band aus Köln ziemlich gelobt. Der gemachte Vierer besteht aus zwei Männern und zwei Frauen . Sondtechnisch ist das jetzt nicht mehr so geschlossen und drückend wie bei der Blutgruppe. Dafür tempotechnisch abwechslungsreicher mit Breaks. Die Sängerin brüllt und schreit auch, hat dann aber auch Parts in denen sie singt. Gefällt mir am besten.
Ver der Bühne geht es jetzt ab und ich merke, dass ich im aktuellen Hardcore nicht auf der Höhe bin, was Tanzmoves angeht. Die Windmühle hatte ich davor schon vereinzelt gesehen. Die Luftkicks im Publikum sind mir neu. Jetzt verstehe ich, warum die vorwiegend jüngeren Leute keine Jeans sondern weite Hosen tragen. Wie heißt das denn, wenn man vor der Bühne von der einen Seite zur anderen marschiert? In der Anleitung zum Hardcore-Tanzen ist es nicht erklärt. Zwischendurch mache ich mir sorgen um die Kamera. Apropos Kamera – die Fotografen und – innen-Dichte ist hoch. Außer mir machen zwei weitere Personen Fotos, was beides ziemlich professionell aussieht.
Was mir auch auffällt ist der gelassene und überhaupt nicht aggressive Art der Band zwischen den Songs. Da wird gelacht, keine harten Sprüche gemacht sondern nett darum gebeten, doch nachte zur Bühne z kommen. Die Schlagzeugerin lächelt, glaube ich, das komplette Set durch.
Hauptamt Dry Socket aus Portland haben ebenfalls eine Sängerin und ich erkenne ein Muster bei der Zusammenstellung des Lineups. Dazu eine weitere weiblich gelesen Person am Bass, was das Konzert für mich zu einem mit dem höchsten Frauenanteil an Musikerinnen seit langem Macht. Als ich mir am Vortag die Musik auf Bandcamp einmal angehört habe, hatte ich leichte Zweifel, ob das tatsächlich etwas für mich ist. Hart, schnell, wenig Abwechslung beim Gesang.
Letzteres ist dann beim Auftritt auch der Fall. Sängerin Danielle schreit isch in einem fort durch das Set, Nuancen sind kaum auszumachen. Durch zwei Gitarren ist der Sound von Dry Sockets Hardcore-Punks dicht. Das Tempo wechselt zwischen midtempo und schnell und birgt genug Abwechslung. Die Mischung trifft beim Publikum einen Nerv und den kompletten Auftritt ist vor der Bühne viel los.
Dreh- und Angelpunkt der Show ist Sängerin Danielle. Sie reisst bei den Liedern die Augen weit auf und fegt über die Büjhe oder ins Publikum. Zwischen den Songs wird zu zur reflektieren Ansagerin. Natürlich verdammt sie Trump Politik und insbesondere die ICE-Aktivitäten. Sieht man sich den Wahnsinn an, der in den USA sowohl innen- als auch außenpolitisch vor sich geht, ist Dry Socket musikalisch die konsequente Antwort darauf. Die aktuelle LP erscheint mit dem Titel „Self Defense Techniques“ tatsächlich am Konzertabend.
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