Ersticken im Plan B

The Neighbourhood Creeps im Plan B

The Neighbourhood Creeps, Plan B 6. April 2018

Die Heilbronner Band The Neighbourhood Creeps spielt im Plan B. Nicht schlecht, was das Quintett zwischen Blues und Punk abliefert. Vor allem: Nicht die nächste Coverband für das Stadtfest XY.

Wie oft habe ich jetzt eigentlich Artikel damit begonnen, dass ich erwähnte, dass ich zu spät gekommen bin? Keine Ahnung, aber das hier ist der nächste. Als ich das Fahrrad abstelle, höre ich, dass die Band schon spielt. Mal wieder zu spät los. Im Plan B ist es voll. Sehr voll. Ich komme kaum zur Bar und der schmale Raum vor der Bühne ist vollständig besetzt. Voll ist auch die Luft – nämlich mit Rauch. Jetzt weiß ich auch, wo gefühlt alle Raucher aus Heilbronn an diesem Abend sind – im Plan B. Erstickt bin ich nicht, aber in dieser Geballtheit ist der Rauch eine echte Herausforderung.

Der Sänger von Neighbourhood Creesp hat eine sehr melodische Stimme

Der Sänger von Neighbourhood Creesp hat eine sehr melodische Stimme

Das Publikum schaut zu

Das Publikum schaut zu

Vom Gejammere des ewigen Nichtrauchers wechseln wir zur Konzertbesprechung. Neighbourhood Creeps bezeichnen ihre Musik als irgendwo zwischen Punkrock und Blues. Letzteres kann ich absolut bestätigen: Da ist sogar sehr viel Blues drin. Bei einem Refrain wie „I sold my soul to the devil“ muss ich mit Blick auf das jugendliche unverbrauchte Gesicht des Sängers etwas schmunzeln, aber wer Blues spielt, muss wohl auch solche Textzeilen haben. Zwischendurch kommt dann der eine eine andere etwas schneller gespielte Song, den man durchaus als Punkrock bezeichnen kann. Wobei hier der Ausdruck Punkrock bewusst gewählt ist. Es handelt sich also um die 70er Punk-Variante: Kaum verzerrte Gitarren und immer hoch-melodischer Gesang. Nix Herumgeschreie oder so. Ich finde das durchaus ansprechend und für ein Konzert ohne Eintritt sogar formidabel.

Neighbourhood Creeps in Schwarzweiß

Neighbourhood Creeps in Schwarzweiß

Das Publikum bewegt sich mehr

Das Publikum bewegt sich mehr

Publikum ist wie erwähnt reichlich vorhanden. Allerdings will es sich zunächst nicht bewegen. Geklatscht wird aber eifrig. Gegen später tauen die Zuhörer dann zunehmend auf. Die Band hat auch das eine oder andere Mitsing-Lied im Repertoire und dann geht schließlich auch was vor der Bühne. So muss das sein. Ach ja Niclas Keicher – Vorsitzender von Die Partei Kreisverband Heilbronn – spielt in der Combo Bass.

Niclas Kescher von Die Partei spielt Bass bei den Creeps

Niclas Kescher von Die Partei spielt Bass bei den Creeps

So eine Art Crowdsurfing dab es auch

So eine Art Crowdsurfing dab es auch

Wie er mir auf dem Konzert erzählt, liest er gerne seinen Namen in meinen Konzertberichten und so viele B- bzw. C-Promis treffe ich bei meinem Konzertbesuchen auch wieder nicht, dass ich ihm auch hier gerne den Gefallen wieder tue. Vielleicht starte ich aber bald eine Kolumne, in der ich alle Begegnungen mit dem aktuellen baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobel oder seiner Frau auf dem Wochenmarkt dokumentiere. Arbeitstitel „Heilbronner Sahneschnitte im lummeligen Super-Dry Hoodie“. Wenn ich nicht vorher am Nikotin ersticke, hust, hust.

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